Klimafitte Gebäude im Wohnungseigentum –
gemeinsam Zukunft gestalten
Wohin führt der WEG?
Die Sanierungsrate in Gebäuden von Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) ist derzeit noch sehr gering, obwohl in vielen Gebäuden in Bezug auf ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit dringender Handlungsbedarf besteht. Viele engagierte Eigentümer:innen möchten Maßnahmen setzen, um ihr Gebäude zukunftsfit, energieeffizient und klimafreundlich zu gestalten. In der Praxis stoßen sie jedoch häufig auf kommunikative, organisatorische und strukturelle Hürden, die den Fortschritt erschweren oder sogar blockieren.
Was sind die Herausforderungen?
Die Planung und Umsetzung einer thermischen Sanierung oder die Umstellung auf klimafreundliche Heizsysteme betrifft nicht nur zahlreiche technische Details, sondern vor allem auch organisatorische, rechtliche und finanzielle Fragestellungen. Beteiligt sind viele Akteur:innen: die Hausverwaltung, Planer:innen, Fachleute – und insbesondere die Mitglieder der Wohnungseigentümergemeinschaft selbst, mit ihren individuellen Perspektiven, Erwartungen und Möglichkeiten.
Unterschiedliche Interessen, begrenzte finanzielle und zeitliche Ressourcen, komplexe rechtliche Rahmenbedingungen sowie anspruchsvolle Entscheidungsprozesse machen die Willensbildung innerhalb einer WEG oft zu einer großen Herausforderung. Was auf den ersten Blick als rein bauliche oder technische Aufgabe erscheint, erweist sich in der Realität als vielschichtiger Prozess, bei dem Wissensvermittlung, Transparenz, Kooperation und Vertrauen eine zentrale Rolle spielen.
So stehen viele vor derselben grundlegenden Frage:
Wie gelingt eine nachhaltige Weiterentwicklung des Gebäudes, wenn so viele Meinungen, Bedürfnisse, Ressourcen, technische, finanzielle und rechtliche Fragen aufeinandertreffen?
Unser Forschungsprojekt
Das Forschungsprojekt „WEG zur Zukunft“ widmet sich den besonderen Herausforderungen von Sanierungs- und Dekarbonisierungsprojekten in Gebäuden von Wohnungseigentümergemeinschaften (WEGs) in Österreich.
Dem aktuellen Projekt ging ein einjähriges Sondierungsprojekt voraus, in dem zentrale Fragestellungen, strukturelle Hürden und mögliche Lösungsansätze untersucht wurden. In dieser Phase arbeitete ein interdisziplinäres Team mit Expertise in Immobilienwirtschaft, Recht, Bauphysik, Sanierung und Kommunikation zusammen:
Aufbauend auf den Erkenntnissen des Sondierungsprojekts wird ab 2026 im Folgeprojekt „WEG zur Zukunft DEMO“ praxisorientiert weitergearbeitet. Dabei wurde das Projektkonsortium teilweise neu zusammengesetzt und erweitert. Das aktuelle Projektteam vereint Expertise aus der empirischen Sozialforschung, Beteiligungs- und Kommunikationsprozessen, Immobilienwirtschaft, nachhaltiger Stadt- und Immobilienentwicklung, Energieeffizienz und Sanierung, innovativen Finanzierungsansätzen sowie Wissenstransfer, Vernetzung und Weiterbildung:
Diese Plattform bietet Unterstützung, Orientierung und praxisnahe Informationen rund um Sanierungsprozesse und Heizungsumstellungen in Wohnungseigentümergemeinschaften. Sie bündelt Wissen zu Kommunikation, rechtlichen Grundlagen, Finanzierungsfragen, wirtschaftlichen und technischen Aspekten und wird im Zuge des Projekts laufend erweitert.
Ziel ist es, komplexe Vorhaben greifbar zu machen und Wohnungseigentümergemeinschaften auf dem Weg von der ersten Idee bis zur Umsetzung zu unterstützen.
Unser Ziel ist es, mit den Eigentümerinnen und Eigentümern sowie Hausverwaltungen praxisnahe Lösungen zu entwickeln, die einen klimafreundlichen und effizienten Sanierungsprozess ermöglichen.
Die Ausschreibung „Technologien und Innovationen für die klimaneutrale Stadt“ ist Teil des FTI-Schwerpunkts „Klimaneutrale Stadt“ des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) und des Klima- und Energiefonds (KLIEN). Die Abwicklung erfolgt im Auftrag des BMIMI und KLIEN durch die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) gemeinsam mit der Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft mbH (AWS).
Hier finden Sie weitere Informationen zum forschungspolitischen Schwerpunkt „Klimaneutrale Stadt“.
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